Porträt: Silke Meier (2016)

 

Es ist mal wieder so weit …

In diesem Jahr führt mich mein Weg für das Interview nach Tostedt zu Silke Meier. Frau Meier mit „e i“ wie Silke gerne betont. Silke steht bereits mit einem Lächeln im Gesicht an der Tür als ich ankomme. „Ich bin so aufgeregt“, haucht sie und bittet mich herein.

Wir machen es uns im Wohnzimmer bei Tee und Keksen gemütlich und kommen ins Gespräch.
Silke Meier kam am 29.11.1977 in Buchholz auf die Welt und wuchs als jüngste Tochter von Walter und Margret Meier in Wohlesbostel auf. An ihrer Seite standen ihre beiden Brüder „der Große“, Volker und „der Mittlere“, Olaf. Umgeben von diesen Beiden lernte Silke schnell sich in
der „Männerwelt“ zu behaupten …


1984 wurde Silke in die Grundschule Hollenstedt eingeschult. Nach Beendigung der Schule machte Silke eine Ausbildung zur Erzieherin an der Fachschule für Sozialpädagogik in Harburg und im Kindergarten in Todtglüsingen. „Die Arbeit mit Kindern ist mir wichtig“, sagt Silke.

Im Jahre 2000 erfüllte Silke sich einen Wunschtraum: in Holland zu leben und Logopädie zu studieren. „Ich finde Holland toll!“ schwärmt sie: „Als ich dort angekommen bin, habe ich mir als Allererstes für 10 Gulden ein Hollandrad auf dem Flohmarkt gekauft und bin durch die Stadt gefahren. Ich fühlte mich wie eine richtige Holländerin …“ und man glaubt es ihr sofort, mit ihren blonden Haaren könnte man wirklich meinen, sie wäre es. Es ist immer wieder herrlich, wenn Silke schnell von der plattdeutschen Sprache ins Holländische wechselt. Und ich bin mir sicher, dass sie sich als holländische Königin auch sehr gut machen würde.

Nach knapp einem Jahr kehrte sie aber wieder zurück in die Heimat. Sie arbeitete erst einmal in Meckelfeld und später in Rade im Kindergarten und machte dann 2003 ihren Fachwirt für Kindertagesstätten. Seit 2008 arbeitet Silke wieder im Kindergarten Todtglüsingen und machte 2010 bis 2011 eine Ausbildung zur heilpädagogischen Fachkraft. Die Arbeit mit behinderten und nichtbehinderten Kindern bedeutet ihr viel. „Es ist mir wichtig, dass die Kinder sich verstehen und gegenseitig respektieren. Kein Mensch sollte ausgegrenzt werden.“
Seit 2014 ist Silke stellvertretende Leitung des Kindergartens in Todtglüsingen. Auf meine Frage, ob Erzieherin ihr Wunschberuf sei, antwortet sie lächelnd: „Ich glaube es ist meine Aufgabe mit Kindern zu arbeiten. Ich habe mir nie große Gedanken über meine Berufswahl gemacht, es ist einfach so gekommen.

     
    „Krüüzfohrt in Swienstall” aus 2015                         „De Aantenkrieg” aus 2013


Mir gibt die Arbeit mit Kindern sehr viel und sie bereitet mir große Freude“. Wirklich Silke, wenn ich dich dabei so ansehe, kann ich mir für dich auch keinen anderen Beruf vorstellen.

Zum Theater kam Silke durch Uwe Keller. Die Beiden lernten sich in Grauen kennen, wo Silke damals wohnte. Sie traf ihn dort in der „Monikabar“ und ein paar Bierchen später wurde Silke erst einmal zum Zugucken animiert. Bis Uwe sie anrief: „So Frau Meier, spielst du mit?“ Da blieb nur ein „Ja“. Seit 2011 verstärkt Silke unsere Truppe. In ihrem ersten Stück „Eier … logisch … biologisch“ spielte sie die Annemieke und so wird sie bis heute von uns genannt. Silke, Frau Meier mit „e i“ oder Annemieke ist seitdem immer gerne dabei. Das Schlüpfen in andere Rollen gefällt ihr besonders gut. „Ich fühle mich in der Truppe wohl, obwohl ich ja manchmal gemobbt werde …“ sagt Silke mit gespielter Empörung. Sie ist eben doch ein bisschen unsere holländische Majestät. Ich muss wirklich sagen, dass ich und auch all die Anderen gerne mit Annemieke auf der Bühne stehen. Es gibt bei ihr immer etwas zu lachen. Silke ist eine Frohnatur und immer für einen Spaß zu haben.

Es gibt noch zwei sehr wichtige Menschen in ihrem Leben. Als Erstes wäre da Ingo zu nennen, ihren Lebenspartner, mit dem sie seit dem 1. Mai glücklich zusammen ist und sich eine Partnerschaft mit Vertrauen, Ehrlichkeit und ganz viel Spaß wünscht. Dann wäre da natürlich ihre „Herzfreundin“ Bianca, die Silke so ganz nebenbei mit unserem Uwe verkuppelt hat. Wenn das nicht gute Voraussetzungen für eine tolle Zukunft sind …

Liebe Silke, bleibe so wie du bist, ein bisschen Diva, ein bisschen verrückt und immer liebenswert. Auf jeden Fall gehörst du ganz fest zu uns und ich werde sehen, ob du deine Wunschrolle eine holländische ... irgendwann einmal spielen kannst.

(Heike Meyer)